Alles Telematik oder was?

Telematik

Heute mal ein Thema, das aktuell durch alle Nachrichten geistert. Verschaffen wir uns einen Überblick…

Telematik ist laut Wikipedia “das Mittel der Informationsverknüpfung von mindestens zwei Informationssystemen mit Hilfe eines Telekommunikationssystems, sowie einer speziellen Datenverarbeitung.”

Hört sich zunächst kompliziert an, doch ein kleines Lexikon der Telematik klärt auf. Es beschreibt alle vier Bereiche im Einzelnen. Zwei davon sind aktuell Mittelpunkt vieler Diskussionen: Fahrzeug- und Human-Telematik.

Wer hat nicht schonmal jemanden in der Fußgängerzone gesehen, der so ein Ding am Hemd befestigt hat? Und? Haben Sie sich auch gefragt, ob es sich vielleicht um das 2015er Modell eines Kommuikators der Enterprise handelt und Scotty bereit ist zum Beamen?

 

Heißt?

Während die Human-Telematik Ihre Vitalfunktionen anhand schicker Wearables analysiert, überwacht die KFZ-Telematik Ihr Fahrverhalten mithilfe Ihres Autos. So weit, so gut.

Jetzt noch die Sache mit der Versicherung…

 

Telematik in der KFZ-Versicherung

Der Fahrstil beeinflußt die Versicherungsprämie.

Die Technik hierfür bietet entweder eine im Fahrzeug angebrachte Blackbox, eine Smartphone-App oder die Fahrzeugelektronik selbst. Das System ermittelt einen Score, der per Mobilfunknetz an den Versicherer übermittelt und mit den Daten des Versicherungsnehmers verknüpft wird.

Der Scorewert setzt sich u.a. zusammen aus Brems- und Beschleunigungsverhalten, Kurvenfahrten, Tageszeit und Länge der Strecke.

Am Jahresende wird der Gesamtpunktewert errechnet und der sich eventuell daraus ergebende Nachlass in der Folgeprämie berücksichtigt. Bis zu 20% sollen möglich sein.

Klingt einfach.

 

In Kürze

Vorteile

  • Prämienersparnis
  • weniger Unfälle durch passiveres Fahrverhalten

Nachteile

  • fraglicher Datenschutz
  • Verhaltenskontrolle
  • eventuell steigende Prämien für die Kunden, die nicht teilnehmen möchten
  • Telematik-Tarife sind nicht auf jeden Fall günstiger als Normaltarife
  • Was ist, wenn eine andere Person mit meinem Auto unterwegs ist?

 

Telematik in der Krankenversicherung

Der persönliche Ehrgeiz bestimmt, ob ausgelobte Belohnungen erreicht werden.

Natürlich ist die Überwachung für die Krankenversicherer interessant. Der Kunde hat den Tracker immer bei sich und sammelt fleißig Daten per Smartphone-App, um sie dann bereitwillig der Versicherung zu präsentieren.

Fitnesstraining, Anzahl der täglichen Schritte, Body-Mass-Index, Ernährungsverhalten und Kalorienaufnahme dokumentieren den Gesundheitszustand.

Erklärtes Ziel ist eine gesündere Lebensführung. Diese wird dann durch Rabatte und Gutscheine belohnt, eventuell auch durch günstigere Prämien.

 

In Kürze

Vorteile

  • Vergünstigungen, eventuell Beitragsreduzierungen
  • gesündere Lebensführung

Nachteile

  • fraglicher Datenschutz
  • Verhaltenskontrolle
  • eventuell steigende Prämien für die Kunden, die nicht teilnehmen möchten
  • Was passiert, wenn ich die vereinbarten Gesundheitsziele nicht mehr erreichen kann und in einen anderen Tarif wechsel muß?

 

Während die Private Krankenversicherung mit Hochdruck an ihren Tarifen bastelt, honorieren manche Gesetzliche Krankenkassen schon seit längerer Zeit Maßnahmen für eine gesündere Lebensführung. Neu ist, dass jetzt auch Zuschüsse für Fitnesstracker gezahlt werden. Ja, auch für die Apple Watch;-)

 

Fazit

Es läßt sich, wie so oft, festhalten, dass man bei diesen Neuerungen mit Bedacht vorgehen sollte. Bedenken Sie in Ruhe, ob ein möglicher monetärer Vorteil die Preisgabe Ihrer Daten rechtfertigt.