Unterversicherung – Nein, danke!

Unterversicherung

Die Unterversicherung fristet ein Leben im Verborgenen und tritt dann zutage, wenn niemand mit ihr rechnet. Je größer sie ist, desto mehr Leid und Verderben bringt sie mit sich.

Okay, vielleicht ein wenig zu prosaisch. Nochmal von vorne…

 

Unterversicherung, die Fakten

Die Quintessenz ist im VVG §75 beschrieben.

Ihren natürlichen Lebensraum bilden Sachsparten wie z.B. Gebäude, Hausrat oder Inhalt.

Meist schleicht sie sich heimlich und unbemerkt bei den Menschen ein. Wenn der tatsächliche Versicherungswert höher wird als die vereinbarte Versicherungssumme im Vertrag, gedeiht die Unterversicherung prächtig.

Erst, wenn ein Schadenfall eingetreten ist, wird sie für die meisten sichtbar.

 

Und dann?

Die Konsequenzen sind für den Betroffenen oft schwerwiegend. Das gute Gefühl, für alle (Schaden)Fälle eine Versicherung zu haben, weicht einem bösen Erwachen.

Dann nämlich, wenn ein Schaden eingetreten ist und sich Versicherungswert + Versicherungssumme nicht entsprechen. Ist dies der Fall, wird die Entschädigungsleistung in dem Verhältnis gekürzt, wie sich die Versicherungssumme zum tatsächlichen Wert verhält.

=> Entschädigungsleistung = Schaden x (Versicherungssumme + Vorsorge) ./. Versicherungswert

 

Gegenmittel

Das Mittel der Wahl, um einer Unterversicherung vorzubeugen, ist der regelmäßige Abgleich von Versicherungswert und -summe und gegebenenfalls die Aktualisierung der Summe.

Hausrat- und Gebäudeversicherung bieten außerdem die Möglichkeit, einen sogenannten Unterversicherungsverzicht zu vereinbaren.

 

Hausrat

  • Mindestsumme (~ 650 € – 750 €, je nach Versicherer) pro m² Wohnfläche vereinbaren, so dass im Schadenfall auf die Anrechnung einer Unterversicherung verzichtet wird.
  • Ist der Wert des Hausrates höher als die Mindestsumme, muss auch die entsprechend höhere Summe im Vertrag vereinbart werden, um einer Unterversicherung zu entgehen.

Gebäude

Wird die Versicherungssumme „Wert 1914“ durch

  • eine anerkannte Schätzung eines Bausachverständigen oder
  • Umrechnung des Neubauwertes mit dem Baupreisindex oder
  • Wohnfläche, Ausbau und Ausstattung des Gebäudes

ermittelt, kann ebenfalls ein Unterversicherungsverzicht im Schadenfall vereinbart werden.

Bei zukünftigen, wertsteigernden Baumaßnahmen muss die Versicherungssumme jeweils angepaßt werden.

Inhalt

Zur Versicherungssumme zählen neben der Betriebseinrichtung auch Waren und Vorräte sowie evtl. fremdes Eigentum und Vorsorge. Da es sich ebenfalls um eine Neuwertversicherung handelt, müssen alle Posten mit ihrem Neuwert (nicht Bilanzwert) berücksichtigt werden. Im späteren Verlauf der Geschäftstätigkeit hinzukommende (Einrichtungs-)Gegenstände müssen nachgemeldet werden, um die richtige Absicherung aufrecht zu erhalten.

Eine sorgfältige Wertermittlung ist enorm wichtig, da die Vereinbarung eines Unterversicherungsverzichts nur bei einzelnen Tarifen möglich / summenmäßig begrenzt ist.

 

Es empfiehlt sich, einmal jährlich die Summen und Werte der einzelnen Verträge zu überprüfen.

 

Fazit

  1. Gegen Unterversicherung ist ein Kraut gewachsen.
  2. Wir können es für Sie anwenden:-)

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