Wasserschaden und Wagemut

Wasserschaden

Fiktiver Fall: Sie sitzen auf dem Sofa, essen gerade Ihr Müsli und das Frühstücksfernsehen bringt Sie auf den aktuellen Stand in der Welt. Die Nachrichten haben Sie gerade so gebannt, dass Ihnen nicht sofort aufgefallen ist, dass die Müslischale schwerer statt leichter wird.

Was ist hier los? Hektischer Blick nach oben: von der Wohnzimmerdecke regnet’s. Wasserschaden!!!

Die Müslischale muss schnell als Auffanggefäß herhalten, die Nachrichten der vergangenen Nacht werden unwichtig. Ran ans Telefon, ein Installateur muss her.

Gesagt, getan. Der Fachmann kommt und legt sich schnell auf die Ursache fest. Es muss ein Rohrbruch hinter der Badewanne sein, ganz klar. Und was macht der entschlossene Handwerker? Er reisst die Badewanne raus, war doch auch klar… Tatsächlich fanden sich mehrere Löcher im Wasserrohr. Die Sache ist also nochmal gut gegangen. Mutig, mutig.

Mir stellt sich allerdings die Frage, woher der Installateur spontan wusste, dass das Leck hinter der Badewanne ist. Könnte nicht auch die Zuleitung zum Wasserhahn in der Wand defekt sein? Oder ein anderes Rohr im Bad?

Was wäre dann gewesen? Wer hätte die Kosten für den entstandenen Schaden tragen müssen? Also für beschädigte Fliesen sowie eventuell eine neue Badewanne, freistemmen, einbauen…

Als erste Maßnahme in so einem Fall würde ich raten, eine Firma zur Leckortung hinzuzuziehen, um sicher zu gehen.

Ich habe schon erlebt, dass äußerst motivierte Installateure in einem Mehrfamilienhaus in sieben Etagen Bäder aufgeklopft haben auf der Suche nach dem defekten Rohr. Schlußendlich haben sie zwar die Ursache gefunden, mussten aber für die bis dahin verursachten Schäden aufkommen. Ganz abgesehen von den verärgerten Eigentümern bzw. Mietern…

Bedingungsgemäß zahlt die Versicherung zwar Suchkosten, allerdings hätte in diesem Fall mit erheblich weniger (gar keinem?) Schaden das Leck gefunden werden können.

 

Vorgehensweise, wenn Sie einen Wasserschaden bemerken:

  • erstmal das Wasser abstellen (wenn möglich)
  • dann den Schaden der Versicherung melden und die weitere Vorgehensweise besprechen. Wenn der Schaden außerhalb der Geschäftszeiten festgestellt wird, müssen sofort Maßnahmen zur Verhinderung von Folgeschäden getroffen werden.
  • notwendige Notmaßnahmen zur Vermeidung weiterer Schäden einleiten, d.h. Sie verhalten sich so, als wären Sie nicht versichert. Dazu können Sie auch einen Installateur mit der (Not-)Reparatur beauftragen; allerdings muss diese auf das notwendige Maß beschränkt werden, bis die allgemeine Vorgehensweise mit der Versicherung geklärt werden konnte. In diesem Fall ist es wichtig, die Schadenstelle zu dokumentieren und die beschädigten Sachen (z.B. kaputtes Rohrstück) aufzubewahren bis zum Abschluss des Schadens
  • Wenn die Ursache des Wasserschaden s nicht klar ist, wäre eine Leckortungsfirma (Näheres zum Thema Leckortung bei Wikipedia) ratsam. Findet diese eine versicherte Ursache, wird die Rechnung von der Versicherung übernommen.

In unserem fiktiven Fall handelte es sich beim Rausreißen der Badewanne auch um eine Notmaßnahme zur Schadenminderung, insofern sind von der Versicherung keine Schwierigkeiten bei der Schadenbearbeitung zu erwarten.

Droht ein solcher Wasserschaden aus dem Ruder zu laufen und Sie wissen nicht mehr weiter, helfe ich Ihnen gerne, die Sache abzuwickeln. Ich vertrete Ihre Interessen gegenüber den Versicherungsgesellschaften, bis der Schaden erledigt ist. Scheuen Sie sich nicht, mich zu kontaktieren.