Mietsachschäden

Mietsachschäden

SCHNELL PASSIERT

Kürzlich stand in einem bekannten Verbrauchermagazin, dass Glasschäden, die in der Mietwohnung passieren, von der Privathaftpflichtversicherng gedeckt seien. Folgendes könnte also passieren:

Endlich ist die kühlere Luft da, jetzt schnell noch durchlüften. Alle Fenster sind auf. Das tut gut, es weht auch ein bißchen…

Der Wind wird kräftiger, es kommt zum Durchzug, Fenster schlagen zu. Dabei scheppert eins so fest zu, dass die Glasscheibe zu Bruch geht.

Und die Haftpflicht zahlt.

Stimmt das?

 

BESTANDSAUFNAHME

Pro: Grob gesagt, die Privathaftpflicht kommt für Schäden auf, die ich Dritten verursache.

Contra: Dies gilt nicht bei geliehenen und gemieteten Gegenständen. Da spricht „Mietwohnung“ für sich.

 

MIETSACHSCHÄDEN

bzw. „Absicherung von“ könnte die Lösung sein. Dieser Einschluß ist mittlerweile bei fast allen Policen möglich.

Mietsachschäden werden im Allgemeinen wie folgt definiert: Beschädigung von zu privaten Zwecken gemieteten, geliehenen, gepachteten oder geleasten Grundstücken, Gebäuden, Wohnungen, Wohnräumen und Räumen in Gebäuden.

Heißt: wenn die Deoflasche aus dem Alibert ins teure Designerwaschbecken scheppert und dieses einen Riß davon trägt, zahlt die Privathaftpflicht.

IN PUNCTO GLAS:

Liest man das Kleingedruckte genau, sind Glasschäden explizit ausgeschlossen von den Mietsachschäden. Die Erklärung ist, dass sich der Versicherungsnehmer gegen diese separat versichern könnte. Bedeutet für das oben genannte Beispiel mit den Fenstern: die Privathaftpflicht zahlt nicht.

 

MOBILIEN

Der Passus für die Mietsachschäden spricht eindeutig davon, dass Schäden an der Wohnung versichert sind. Es ist also zu beachten, dass sich diese Klausel nur auf die unbeweglichen Teile der Mietwohnung bezieht.

Hat man also eine möblierte Wohnung angemietet, sind die Einrichtungsgegenstände nicht versichert.

 

ANDERS

verhält sich die Sache, wenn man in Urlaub fährt und eine Ferienwohnung, ein -haus oder ein Hotelzimmer mietet. Folgende Einschlüsse in den Privathaftpflichtvertrag können da nützlich sein:

  • Auslandsschäden: sind diese vereinbart, erstreckt sich der Versicherungsschutz auch auf Schäden an der gemieteten Behausung im Ausland
  • Inventar (Schäden an gemieteten beweglichen Sachen): abgesichert sind Schäden an den beweglichen Einrichtungsgegenständen in der Ferienunterkunft
  • Schlüssel: deckt die Privathaftpflichtpolice den Verlust privater + beruflicher Schlüssel ab, fallen hierunter auch die Schlüssel der gemieteten Wohnung oder des Hotelzimmers sowie die des Mietwagens

Die maximale Entschädigungshöhe je Deckungserweiterung richtet sich jeweils nach der im Vertrag vereinbarten Versicherungssumme.

Sind Sie überzeugter Hundehalter und haben auch eine Tierhalterhaftpflicht abgeschlossen? Die o.g. Einschlüsse sind auch für diese Police erhältlich bzw. überlegenswert.

 

FAZIT

  • Mietsachschäden für Hund und Herrchen absichern kann nix schaden.
  • Auch Verbrauchermagazine können sich täuschen.

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