Gebäudeversicherung bestätigt

das Dach als Ende des Hauses.

Gebäudeversicherung

 

Wovon jeder Mensch ausgeht, hat jüngst sogar ein Gericht bestätigt.

 

Der Fall verhielt sich wie folgt:

Der Eigentümer eines Einfamilienhauses hat seiner Dachterrasse bzw. den darauf befindlichen Pflanzen ein Bewässerungssystem spendiert. Zu diesem Zweck wurden zwischen der Holzfußbodenkonstruktion und dem eigentlichen Dach Wasserleitungen verlegt. Es kam, wie es kommen mußte, und beim Frost ist eine dieser Leitungen gebrochen.

Der Eigentümer meldete den Schaden der Gebäudeversicherung und verlangte Schadenersatz. Die Gesellschaft lehnte diesen ab mit der Begründung, es seien bedingungsgemäß nur Rohre innerhalb des Gebäudes versichert.

Als Gegenargument wurde vor Gericht angeführt, auf dem Dach sei die Terrassenbodenkonstruktion vorhanden und diese bilde den äußeren Abschluß des Hauses. Die Leitungen befänden sich also innerhalb des Gebäudes.

Das Gericht folgte dem Gebäudeversicherer und wies die Klage des Eigentümers ab.

-> zum Urteil

 

GEBÄUDEVERSICHERUNG

Laut der Versicherungsbedingungen umfasst die Definition von „innerhalb versicherter Gebäude“ den gesamten Baukörper einschließlich der Bodenplatte. Einzig Rohre von Solarheizungsanlagen auf dem Dach werden noch in den Versicherungsschutz einbezogen und als „innerhalb“ bezeichnet.

 

Die Auslegung der Bedingungen richtet sich in den Augen der gängigen Rechtsprechung immer nach dem Verständnis eines durchschnittlichen Versicherungsnehmers. Wenn Sie also in der Fußgängerzone eine Umfrage machen und alle Informationen zum Sachverhalt schildern, wird die Mehrheit der Befragten Wasserleitungen auf dem Dach diese nicht als innerhalb des Gebäudes verlegt ansehen.

 

Das Gericht erläuterte:

„Als Dach wird gemeinhin ein den Gebäudeinhalt nach oben abgrenzendes und gegen äußere schädigende Einflüsse schützendes Bauteil bezeichnet. Dessen äußere Grenze ist … die letzte Schicht, die den Dachaufbau nach oben gegen äußere Einflüsse absperren soll.“ (Kammergericht Berlin, 09.01.2015 – 6 U 166/13)

Die Holzbodenkonstruktion erfüllt diesen Zweck keinesfalls.

 

Natürlich sind in den Bedingungen auch Bruchschäden außerhalb von Gebäuden enthalten. Allerdings geht es hier um Wasserzuleitungs- oder Heizungsrohre, die der Versorgung des versicherten Gebäudes dienen. Dazu hätte die Bewässerungsanlage auf dem Dach nun auch nicht gezählt…

 

 

FAZIT

  • Um- und Anbauten sollte man stets dem Gebäudeversicherer melden.
  • Einfach jemanden fragen, der sich damit auskennt;-)

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