Elementarversicherung als Pflicht?

Elementarversicherung

Heute morgen fiel der Begriff Eventsommer im Zusammenhang mit dem Wetterbericht. Hä?

Ja richtig, es wird uns heuer was geboten. Eben gerade im Sommerkleidchen in der Eisdiele gesessen und jedes noch so kleine Lüftchen genossen, sind jetzt schon wieder wärmere Klamotten und windfeste Frisuren angesagt. Mancherorts gab es sogar Eis von oben…

Finden Sie nicht, dass die Abwechslung und das Ungewisse den Eventcharakter unterstreichen? Wer will schon drei Monate Sommer am Stück!?

Doch Spaß beiseite. Leider bietet der lustig anmutende Begriff „Eventsommer“ auch Anlaß, Gedanken an eine Elementarversicherung zu verschwenden. Gab’s da gerade nicht die Diskussion, die verpflichtend einzuführen?

Aber fangen wir vorne an:

 

Gefahren in der Elementarversicherung

Gegen manche Wetterkapriolen kann man sich im Rahmen der Hausrat-, Gebäude- und Geschäftsinhaltsversicherung absichern.

In den aktuellen (Sach-)Versicherungsbedingungen wurden unter dem Begriff Naturgefahren die Positionen Sturm/Hagel sowie weitere Elementargefahren zusammengefasst. Während Sturm/Hagel zur üblichen Absicherung in der Gebäude-, Hausrat- oder Inhaltsversicherung gehört, müssen die Elementargefahren separat vereinbart werden gegen Prämienzuschlag.

Zu den Elementargefahren zählen: Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch.

 

Versicherbarkeit

Die Grundlage für die Versicherbarkeit von Objekten bildet für die Versicherer ZÜRS (Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen). Ganz Deutschland wurde aufgrund bestimmter Kriterien in vier Gefährdungszonen unterteilt:

Klasse 1: statistisch seltener als 1mal alle 200 Jahre ein Hochwasser

Klasse 2: statistisch 1mal in 50-200 Jahren ein Hochwasser

Klasse 3: statistisch 1mal in 10-50 Jahren ein Hochwasser

Klasse 4: statistisch 1mal in 10 Jahren ein Hochwasser

Laut GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.) können 99% aller Häuser gegen Elementarschäden versichert werden, sogar das letzte Prozent wäre unter bestimmten Bedingungen möglich (-> zum GDV-Artikel).

Soweit die Theorie. Die Stiftung Warentest beauftragte letztes Jahr den Besitzer eines Eigenheims in Gefährdungsklasse 4 damit, Angebote zur Elementarversicherung von verschiedenen Versicherern einzuholen. Das Ergebnis war nicht sehr Vertrauen erweckend… (-> zum Test-Artikel)

Zusammenfassend gesagt, blieb er auf einem großen Teil seines Risikos sitzen.

 

Fazit bis hierher: keine einfache Sache, so eine Absicherung…

 

Aber wieso Pflicht?

Aufgrund der letzten Hochwasserkatastrophen kamen Forderungen u.a. vom Bund der Versicherten auf, die Elementarversicherung verpflichtend einzuführen. Man argumentierte, ein großes Versichertenkollektiv könne kommende Schäden besser schultern.

Die Gegner ereiferten sich, aus welchem Grund Versicherte, die weit weg von jeder Hochwassergefahr wohnen, die Schäden der anderen mittragen sollen? Denjenigen, die in den betroffenen Gebieten wohnen, wurde geraten, Eigenvorsorge zu treffen.

Eine Arbeitsgruppe der Justizminister hat zwischenzeitlich das Ansinnen auf Pflichtversicherung geprüft und abgelehnt. Allerdings könne die staatliche Opferhilfe daran geknüpft werden, ob das betroffene Objekt versicherbar gewesen wäre und ob der Eigentümer im Vorfeld geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen hätte (-> Artikel Cash Online).

 

Letztes Fazit: Was bleibt? Rette sich, wer kann.

Entweder durch geeignete bauliche Maßnahmen oder durch Elementarversicherung, am besten beides…

 

Fürs Protokoll: Eine Fülle von Möglichkeiten hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in seiner Hochwasserschutzfibel zusammengestellt.

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