Auslandskrankenversicherung

Auslandskrankenversicherung

FAZIT

  • Droht ein Leistungsfall, sollte man sich direkt mit dem Versicherer in Verbindung setzen, um das weitere Vorgehen abzusprechen.
  • Vertrag prüfen hinsichtlich der Vereinbarung zum Thema Rücktransport
  • Auslandsreisekranken abschließen, sofern noch nicht geschehen; diese kann auch sinnvoll sein, wenn man in Grenznähe wohnt, ins Cora zum Einkaufen fährt, vor der Tür des Einkaufszentrums ausrutscht und sich ein Bein bricht…

 

Als ich vor etlichen Jahren meinen Fachwirt im Bereich Krankenversicherung machte, hatte unser Dozent zwei Maximen, die er unermüdlich kundtat.

  1. Immer darauf achten, dass der Rücktransport aus dem Ausland mitversichert ist.
    ->Thema Auslandskrankenversicherung
  2. Wie ist die typische Kopfbewegung eines Leistungssachbearbeiters? Als es im Raum ruhig blieb, begann er ein paar Mal bedächtig seinen Kopf von rechts nach links zu bewegen…

Beides ist mir bis heute sehr präsent. Auf die Sache mit dem Rücktransport möchte ich jetzt näher eingehen.

Kürzlich landete ein solcher Fall vor Gericht und der ging so:

Ein Urlauber ist auf den Kanaren an einer schweren Lungenentzündung erkrankt. Nachdem die Behandlung in einem spanischen Krankenhaus den Zustand nicht besserte, beschloss der Urlauber, sich, nach Rücksprache mit verschiedenen Ärzten, in eine Uniklinik in Deutschland verlegen zu lassen. Dort konnte er genesen, reichte die Rechnung für den Transport bei der Versicherung ein und bat um Erstattung.

 

Die Versicherung lehnte den Kostenausgleich ab und verwies auf eine fehlende medizinische Notwendigkeit für den Rücktransport. Die Behandlung hätte genauso auf den Kanaren durchgeführt werden können.

Der Versicherungsnehmer zog vor Gericht und und konnte schlußendlich glaubhaft belegen, dass die Verlegung in seinem Fall lebensnotwendig war. Die Gesellschaft wurde dazu verurteilt, für die Kosten aufzukommen. -> zum Artikel

 

AUSLANDSKRANKENVERSICHERUNG

Worum gings im Kern der Sache? Richtig, um die „medizinische Notwendigkeit“. In vielen Verträgen ist vereinbart, dass die Kosten für einen Rücktransport nach Deutschland nur übernommen werden, wenn eine adäquate Behandlung vor Ort nicht möglich ist.

Brechen Sie sich also in Österreich ein Bein, weil Sie zu forsch auf der Piste unterwegs waren, ist eine medizinische Notwendigkeit für eine Verlegung in ein deutsches Krankenhaus sicher nicht gegeben.

 

WAS TUN?

Nachschauen, was im eigenen Vertrag vereinbart ist. Dort sollte nicht stehen, dass die Kosten für den Rücktransport übernommen werden, wenn er „medizinisch notwendig“ ist. Vielmehr sollte eine Erstattung erfolgen, wenn er als „medizinisch sinnvoll“ erachtet wurde.

Sinnvoll kann es z.B. sein, einen Versicherten, der alleine im Ausland unterwegs war und dort schwer erkrankt ist, nach Hause zu seiner Familie zu bringen. Das gewohnte Umfeld und liebevolle Angehörige können bei der Genesung helfen…

 

 

 

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