Aufräumkosten für Bäume

Aufräumkosten für Bäume
Impression der Hirn-Gallenberg-Tour

 

FAZIT

  • Klauseln in der Gebäudeversicherung können das Leben erleichtern, hier: Aufwendungen für die Beseitigung umgestürzter Bäume
  • Vor dem Entfernen umgestürzter Bäume sollte man auf jeden Fall den ganzen Schaden fotografisch dokumentieren und umgehend der Versicherung melden.
  • Bei grober Fahrlässigkeit wird die Versicherung nur anteilig leisten und bei Vorsatz gar nicht.
  • Baumkontrollen nicht vergessen.

Bisher wurden wir von heftigen Herbststürmen im Saarland noch verschont. Aber was nicht ist, kann ja noch werden…

Fällt so ein Prachtexemplar von Baum infolge eines wütenden Sturmes um und dabei auf das Nachbargrundstück, fällt nicht nur im nächsten Jahr die Apfelernte aus, man lernt im Zweifel auch andere Seiten des bisher netten Nachbarn kennen.

Und was sagen Sie diesem? Kein Problem, das zahlt meine Versicherung.

Ist das so? Und wenn ja, welche Versicherung kommt für welchen Schaden auf?

 

AUFRÄUMKOSTEN FÜR BÄUME

Fall 1

Ist der Baum im eigenen Garten umgefallen, denkt man an die eigene Gebäudeversicherung. Hierbei muss man aufpassen:

  • Ist keine Klausel für Bäume vereinbart, bleibt man auf den Kosten sitzen. Ein Baum ist keine versicherte Sache, so dass die Versicherung die Aufräumkosten nicht übernimmt.
  • Hat man die Klausel „Aufräumkosten für Bäume“ mitversichert, werden die notwendigen Kosten für das Entfernen, den Abtransport und die Entsorgung umgestürzter Bäume auf dem Versicherungsgrundstück von der Versicherung getragen. Voraussetzung ist immer, dass der Baum durch einen Sturm (mind. Windstärke 8) oder infolge Blitzschlags umgefallen ist.

 

Fall 2

Fällt der Baum in Nachbars Garten, zahlt die Gebäudeversicherung auf keinen Fall, denn er ist immer noch keine versicherte Sache und die Klausel ist auf das eigene Grundstück begrenzt.

ABER: wozu hat man eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht bzw. eine Privathaftpflicht (selbstbewohntes Einfamilienhaus, siehe auch separaten Beitrag zur HuG)?

Die kommt vollständig für den Schaden auf, sofern man nicht grob fahrlässig (anteilige Leistung möglich) oder vorsätzlich (keine Leistung) gehandelt hat.

 

Gegen die Aufräumkosten für Bäume kann man sich also grundsätzlich absichern.

Allerdings ist zu beachten, dass ein Baumbesitzer auch Verkehrssicherungspflichten zu erfüllen und Baumkontrollen durchzuführen hat. Kann die Versicherung einem nachweisen, dass man diese nicht beachtet hat, leistet sie im Zweifel nicht. Diesen Umstand sollte man zusätzlich im Hinterkopf haben.

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